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"Wussten Sie schon"?...... 01.03.2007 15:59

Das "Original" ist ROT...

ÖNORM B 6550 Teil 1/2

Seit September 2006 gibt es eine neue ÖNORM die gebundene EPS - Schüttungen, welche als Wärme - und (oder) Trittschalldämmungen am Hochbau (gilt auch für Ihr Einfamilienhaus!!) eingebaut werden, nun regeln soll.

Andreas Brandstetter

Erklärung:

  • EPS=Expandierter Polystyrolschaum -  auch Styropor genannt.
  •  Die EPS-Kugeln (Korngröße ca. 2-8mm) werden mit  verschiedenen, meist mineralischen Bindemitteln vermischt, die  dadurch entstandene, mehr oder weniger erdfeuchte Masse wird dann auf der Baustelle eingebracht und als Niveauausgleich und wenn geeignet, als Wärme - und Trittschalldämmung verarbeitet.

Bei  EPS-Schüttungen unterscheidet man grundsätzlich durch:

  • zementgebunden (handelsüblicher Zement)
  • durch mineralisches Spezialbindemittel gebunden (Thermotec)
  • kunstharzgebunden                                                                          

Da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gravierenden Schäden mit verschiedenen, nicht normgerechten Schüttdämmungen gekommen ist, wurde in Zusammenarbeit mit einigen Fachleuten der Dämmstoffindustrie, dem Normungsinstitut und der MA 39 eine neue Fachnorm entwickelt. 

Alleine in Österreich werden im Hochbau jährlich mehrere Millionen Euro zur Reparatur an Schäden im Fußbodenbereich an Neubauten aufgewendet. Deshalb sollte man schon bei der Planung auf die richtigen Materialien achten, hierfür stehen zahlreiche, kompetente Fachbetriebe zur Verfügung!

Zu den üblichen Schadensbildern der Vergangenheit gehören unter anderem:

  • Absenkung bis zu 30mm durch den Einbau einer Styropor/Zement-Mischung mit zu wenig Zementanteil
  • Schallbrücken aufgrund eines hohen Zementanteils (ungünstige dynamische Steifigkeit)
  • Kältebrücken aufgrund eines schlechten Lambda-Wertes
  • Feuchtigkeitsschäden aufgrund von hohem Wasseranteil und zu geringer Austrocknungszeit

Es ist uns nicht erlaubt eine Norm zu kopieren oder zu veröffentlichen, deshalb weisen wir lediglich mit kurzen Stichworten darauf hin, worauf der Konsument bei der Vielfalt an Angeboten am Markt achten sollte!

  1. Alle Schütt-Dämmsysteme welche die Bezeichnung "Trittschalldämmung" und/oder "Wärmedämmung" tragen, unterliegen ab September 2006 dieser ÖNORM B6550
  2. In dieser Norm sind Eigenschaften über das Schüttgewicht, Trockengewicht, Belastbarkeit, Wärmeleitfähigkeit, Kriechverhalten, dyn. Steifigkeit (bei Trittschalldämmung), Zusammendrückbarkeit, Druckspannung, Ausgleichsfeuchtigkeit usw. geregelt.
  3. Alle Produkte die diese Anforderungen der ÖNORM 6550 nicht erfüllen,  dürfen zukünftig NICHT als "Trittschalldämmung" und/oder "Wärmedämmung"  am Markt angeboten werden.  Diese "Schütt-Dämmungen" dürfen lediglich als "Ausgleichs-Schüttungen" angeboten werden, diese unterliegen deshalb auch nicht der ÖNORM B6550.

Die Prüfkriterien der ÖNORM B 6550 sind sehr aufwendig und verursachen dem Verarbeiter, bedingt durch eine Vielfalt von Neu-Investitionen, auch Kosten.

Durch diesen sehr hohen Qualitätsstandard unterscheiden sich in Zukunft die "Preisdumper" (die es ohnehin schon in fast jeder Branche gibt) von den seriösen Qualitäts-Betrieben. Dass ordentliche Qualitätsleistungen dem qualitativen Verarbeitungs-Betrieb einen finanziellen Mehraufwand bereitet, muss nicht extra erwähnt werden, es erklärt jedoch dass der Bauherr für derartige Qualitätsleistungen einen Bruchteil an Mehrinvestitionen kalkulieren sollte. 

Denkt man an einen der oben genannten Schadensfälle, so kann eine so geringfügige Mehrinvestition dem Bauherrn ein Vielfaches an Ärger, Kosten, Zeit und Nerven erparen.

So genannte "Spar-Baustellen" .......